Beispiel 2

Hallo zusammen,

Einige Beiträge habe ich zur Hochsensibilität nun schon gelesen. Bei XING und andernorts. Und ich muss zugeben, so recht mag ich mich nicht mit der Idee eine HSP zu sein, IDENTIFIZIEREN.

Der Test, den ich gemacht habe, mag zwar "bestätigen", dass ich eine HSP bin und die "Kriterien" helfen mir im täglichen Leben nun auch, die Dinge "besser" zu verstehen und anzunehmen, auch rückwirkend - aber ich bin deswegen trotzdem noch, so wie ich bin - oder vielleicht jetzt erst recht ;-).

Aber: HSP hin oder her. Vielmehr geht es mir wohl um so ein "Prinzip" oder eine "Qualität", die sich mir durch das "hochsensibel sein" noch einmal anders offenbart.

Gestern bin ich dann über ein Zitat "gestolpert":

Der einzige Grund, weshalb irgend jemand Dich* jemals ablehnt, ist, weil er/sie* genau so sein möchte, wie Du* bist.

* = gemeint ist nach meiner Wahrnehmung nicht "ich" persönlich oder andere Menschen, sondern das SEIN an und für sich, was durch uns auf dieser Welt in Erscheinung tritt

*PENG* Da wollten sie nochmal gesehen werden, die vielen Erfahrungen von Ablehnung, weil ich ja so anders bin ;-)

Stille

Irgendwie zieht es uns letztlich alle hin zu unserer Essenz. Egal, wie es sich ausdrückt. Und wenn ich ganz in Stille bin kann ich es auch fühlen, diese ganz, ganz feine Essenz des Seins.

Alles im "Außen" erscheint mir dann, oder klingt nach als vielleicht "viel und laut". Lasse ich geschehen, dass das auch Teil meines Seins ist, dann fühle ich es nicht als etwas "Getrenntes" oder "Anderes" von mir. Ich bemerke, ich bin innen wie außen. Gleichermaßen. Zeitgleich. Ich bemerke einfaches reines feines Sein, mit allem was ist.

Fällt die Idee weg "anders zu sein", ist beFREIung einfach nur da. Freiheit von Fragen, wie "Wieso bin ich anders?", "Wie gehe ich damit um?", etc. Antworten tauchen nach und nach von selbst auf.

SEIN tritt in Erscheinung. Als Mond, Sterne, Himmel, Wolken, Sonne, Erde, Wälder, Bäume, Wiesen, Seen, Flüsse, Tiere, ... und Menschen. Es ist, was es ist. Wir sind, was wir sind. Und in diesem Raum der Dualität, in diesem Miteinander, tauchen eben auch Fragen auf, die gestellt, gehört, besprochen und beantwortet werden wollen. SEIN spielt mit sich selbst.

Wenn ich ganz in Stille bin, nehme ich (mich) diese(r) Fragen an, lasse sie los, lausche, spüre hin ... und erkenne, da ist pulsierende, lebendige Antwort. Das fühlt sich schön an, harmonisch, friedlich, rein. Auch wenn es traurig, ärgerlich oder freudig ist. Da tauchen Impulse auf, die mich bewegen und beg-LEITEN. Alles wertfrei. Intuitiv geschieht, was von "innen" heraus geschieht. Gedanken und Gefühle tauchen auf, Handlungen erfolgen.

Nichts ist getrennt von mir. Ich "brauche" also das "Anders sein", um SEIN zu können. Im Sinne von, es bringt mich nicht weiter, dagegen anzugehen. "Anders sein" ist genauso SEIN, wie alle anderen Erscheinungen, die mich ausmachen.

Nicht, weil ich danach suche oder gesucht habe, sondern weil die Erkenntnis da ist, das ich schon immer geWESEN bin.

Fein sein. "Anders sein". Eben das ist AUCH mein WESEN, mein so SEIN.

Stille

Manche Menschen erschrecken vielleicht vor sich selbst und ihrem "Anders sein". Gerade in Begegnungen mit "Anderen". Aber sind wir letztlich nicht alle irgendwie "Anders"? Ist "Anders sein" etwas Besonderes? Aus meiner Sicht nur, wenn wir es dazu machen.

Es ist schön, finde ich, wenn wir uns dieser Sensibilität zuwenden, uns darum kümmern, sie erstrahlen und lebendig sein lassen, sie in unser Leben integrieren, sie zur Entfaltung bringen, solange wir sie nicht auf einen Sockel stellen.

Der einzige Grund, weshalb irgend jemand Dich* jemals ablehnt, ist, weil er/sie* genau so sein möchte, wie Du* bist.

Ablehnung ist nach meiner Wahrnehmung eigentlich nur eine "andere" Form und Ausdrucksweise der Zuwendung zum eigenen so SEIN, wie man selbst ist. Für mein Empfinden gilt das aber nicht nur für die "ablehnende Person", sondern auch für die "erfahrende" Person. Es hilft, genauer hinzusehen, sich liebevoll anzunehmen.

In Nelson Mandela's Antrittsrede wurde es sehr schön gesagt:

Du dienst der Welt nicht, wenn Du Dich kleiner machst, nur damit Andere sich neben Dir nicht unsicher fühlen.

Hierin finde ich das sensible Wesen unserer ALLER Kompetenz, an- und miteinander zu wachsen. HSP haben meiner Wahrnehmung nach "nur" einen feineren Zugang dazu.

Je sicherer ich mir meiner Selbst im "anders sein" bin, desto sicherer geschieht Offenheit, Akzeptanz und Annahme auch durch "Andere".

Dazu muss ich mich nicht mit der Idee eine HSP zu sein identifizieren. Es genügt, sich auch auf die unterschiedlichen Qualitäten von Hochsensibilität einzulassen, um sich seiner SELBST sicherer zu sein.

Bitte nicht mißverstehen: ich bin DANKBAR, den Aspekt der Hochsensibilität entdeckt zu haben. Es ist wie ein weiteres Tor zu erweitertem, BEWUSSTEM Dasein.

Wie immer gespannt, wohin die Reise geht, wünsche ich allerseits

Abendliche Grüße

Jen Richter 


Ich danke Jen Richter für das Geschenk, ihre - für mich erschliessenden - Gedanken der Leserschaft zur Verfügung zu stellen. Lieben Dank, Jen. Jona Jakob

Abgestimmt klingen.